Der wahre „Mehrwert“ von Human-Ressources

Alle sprechen von Digitalisierung, aber nur die wenigsten machen sich klar, was das eigentlich für jeden Einzelnen von uns bedeutet. Genau so wenig, wie sich wahrscheinlich die Weber im 18. Jahrhundert  vorstellen konnten, durch die Industrielle Revolution überflüssig zu werden und ihre Existenzgrundlage zu verlieren, können heute viele Menschen die Konsequenzen der Digitalisierung für ihren Broterwerb noch gar nicht absehen.

 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Parallelität der Ereignisse, denn es waren ja früher schon mal die Droschkenkutscher, die durch das Automobil verdrängt wurden …

 ... und heute schimpfen alle auf Uber, weil plötzlich wieder die Spielregeln des Taxi-Gewerbes durcheinander gewürfelt werden. Und wie reagiert die breite Öffentlichkeit darauf? Mit Ignoranz und Abwehr, schließlich diene die Regulierung der Personenbeförderung ja auch dem Schutz der Fahrgäste und dem Wohl der Angestellten. Dabei liegt doch die eigentliche Fragestellung ganz woanders, denn auch wenn es kurzfristig gelingt, durch ordnungspolitische Eingriffe das Taxi-Gewerbe zu retten, werden mittel bis langfristig ganz neue Lösungen entstehen. Gunter Deck weist in seinen Vorträgen z.B. häufig auf die Vernetzung von einer Technologie wie Uber mit selbstfahrenden Autos hin –  keine guten Zukunftsaussichten für Taxifahrer.

 

Aber auch in ganz anderen Aufgabenbereichen hat sich schleichend eine Verlagerung vom Menschen zur Maschine durchgesetzt … und als Heavy-User der Deutschen Bahn kann ich sagen: mit einem deutlichen Zugewinn an Komfort und Servicequalität, was durch eine gute App weiter getoppt wurde.

 

Aber warum soll nur die Beratung und der Verkauf im Service-Center der Deutschen Bahn davon betroffen sein? Vielmehr scheint es doch in immer mehr Berufen auf eine ganz zentrale Herausforderung zuzulaufen:

 

„Der berufliche Mensch der Zukunft muss Qualifikationen haben, die ihn gegen den Computer konkurrenzfähig halten – er  muss einen Mehrwert gegenüber dem Internet bieten können.“ (Gunter Dueck)

 

Das gilt zunehmend auch für den Vertrieb. Es gibt da diesen schönen Begriff der „Bildschirm-Rückseiten-Beratung“ – kennen Sie vielleicht von Ihrem letzten Autokauf. Oder die These, dass ein Patient nach 30 Min. Web-Recherche u.U. besser über sein Krankheitsbild informiert ist als der Hausarzt, den er anschließend aufsucht. Natürlich kann man diese Beispiele jetzt heftig diskutieren, aber sie machen eines ganz deutlich: Alles was einfach und strukturiert abgearbeitet werden kann, können immer mehr Computer und vernetzte Systeme übernehmen. Und wenn wir den Begriff der „Human-Ressourcen“ jetzt mal wörtlich nehmen, wird die Ressource „Mensch“ wohl immer stärker von der Ressource „Computer/Internet“ abgelöst.

 

Aber wo kann jetzt dieser Mehrwert der Ressource „Mensch“ liegen? Bei  allen Aufgaben, die sich nicht standardisieren und über Algorithmen abbilden lassen! 

 

Also bei den Dingen, die nur wenig mit Fachkompetenz oder klaren Regeln zu tun haben. Vielmehr sind es Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Vorstellungskraft, kundenspezifische Argumentation, Ausbalancieren von Konflikten, Umgang mit unklaren Informationen, Veränderungs-Fähigkeit, arbeiten mit wechselnden Teams, lebenslanges Lernen, Neues erschaffen, Intuition, Begeisterungsfähigkeit, situative Flexibilität, … also alles Dinge, die wir als „weiche Faktoren“ bezeichnen. „Weich“ deshalb, weil sie sich eben nicht „hart“ quantifizieren oder eindeutig beschreiben und messen lassen. Weil Sie sich immer erst im Kontext mit anderen Menschen oder spezifischen Situationen zeigen. Dabei geht es nicht um ein „entweder - oder“, natürlich bleibt Fach- und Methoden-Kompetenz weiter wichtig; sie reichen aber alleine nicht mehr aus! 

 

Also sind es gerade die Herausforderungen, die heute vielfach als „stressig" erlebt werden, die in Zukunft immer mehr den Ausschlag geben werden. 

 

Natürlich lässt sich nicht abschließend beantworten, wie diese Herausforderungen zu lösen sind, aber es gibt 3 Grund-Kompetenzen, die eine unverzichtbare Grundlage dafür bilden:

 

Selbst-Kompetenz = Persönliche Stärken, Schwächen und Begrenzungen kennen und zielgerichtet damit umgehen.

Menschen-Kompetenz = Eigenarten anderer Menschen erkennen und anerkennen und – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten – darauf einzugehen.

Situative-Kompetenz = Eine Situation sowohl aus dem eigenen als auch aus dem Blickwinkel anderer Menschen sehen, beurteilen und differenzieren können.

Und auch wenn das Wort etwas angestaubt klingt, lassen sich diese drei Punkte auf den Begriff der „Sozial-Kompetenz“ verdichten. Und mit dem STRUCTOGRAM® -Trainings-System setzen wir genau dort an. 

 

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